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FAQs

....was wir immer wieder gefragt werden

... was immer wieder zu Diskussionen und Unmut führt

Fall 1

Kunde: " Wir sind zwar kein Kunde bei Ihnen, aber wir brauchen dringend dieses Medikament,

                a) weil wir gerade in der Nähe sind und unser Tierarzt zu weit entfernt ist

                b) weil wir noch keinen Tierarzt haben oder nur im Urlaub hier sind

                c) weil unser Tierarzt im Urlaub ist, oder gerade keine Sprechstunde hat"

Praxis: " Nach der aktuellen Gesetzeslage ist es uns nicht erlaubt, apotheken- oder verschreibungs-

               pflichtige Medikamente abzugeben, wenn der Patient nicht ausreichend von uns untersucht

               wurde, gerne können Sie einen Termin vereinbaren, damit unsere Tierärztin sich ein Bild vom 

               Gesundheitszustand des Patienten machen kann. Dies gilt auch im  Notdienst!"

Fall 2

Kunde: "Unsere Katze hat die gleichen Probleme mit den Augen wie jedes  Jahr, wir brauchen nur noch

              mal die Salbe."

Praxis: "Sie müssen Ihre Katze zunächst untersuchen lassen, es könnte auch was anderes sein"

 

Fall3

Kunde: " Wir sind schon ewig bei Ihnen Kunde, unserm Tier geht es gut, aber wir brauchen jetzt mal 

            wieder was gegen Zecken, das ist ja schlimm dieses Jahr"

Praxis: " Da es sich bei der von Ihnen gewünschten Parasitenprophylaxe um verschreibungspflichtige               Medikamente handelt dürfen wir diese nur an Patienten abgeben. Leider war Ihr Tier schon seit               über einem Jahr nicht mehr vorstellig, sie müssten es zu Untersuchung vorbei bringen!

Kurze Erklärung: Tiere altern in einem Lebensjahr in etwa so stark wie Menschen in 3-6 Jahren. Dies ist eine lange Zeit! In dieser Zeit kann viel passieren, es ist unbedingt nötig den Gesundheitszustand zu kennen bevor Medikamente verordnet werden. 

Wird ihr Tier regelmäßig einmal im Jahr zur Allgemeinen Untersuchung oder evtl. auch zur Impfung vorgestellt so gibt es in der Regel keine Probleme "einfach Zecken- und Flohschutz oder Wurmkuren zu kaufen

 

Fall 4

Kunde: "Mein Hund braucht mal wieder seine Schilddrüsenmedikamente"

Praxis: "Tut mir Leid, Sie wurden schon beim letzten Kauf darüber informiert, dass eine Kontrolle der 

               Blutwerte nötig ist um Ihren Hund weiterhin ordnungsgemäß behandeln zu können.

               Bitte vereinbaren Sie erst einen Termin zur Blutentnahme"

Kurze Erklärung: Auch dies ist keine Schikane! Tiere die unter oft lebenslanger Dauermedikation stehen sind chronisch krank! Diese Tiere müssen gut überwacht und kontrolliert werden denn letztlich hilft die beste Medizin nur, wenn sie richtig dosiert angewandt wird. Befunde ändern sich, weitere Erkrankungen kommen dazu.

Eine Regelmäßige Kontrolle chronischer Patienten ist unerlässlich um sie gut zu behandeln und der Tierarzt muss sich darüber hinaus von der Wirksamkeit der Therapie überzeugen, auch dies gehört zu seiner Sorgfaltspflicht!

 

Geregelt werden all diese Fälle (gleichermaßen) durch den §12 der TÄHAV (TierÄrztliche Hausapotheken Verordnung) und das TAMG (TierArzneiMittelGesezt) in §47.

Mit §39 und §49 TAMG nimmt der Gesetzgeber sogar den Tierhalter selbst ins Visier. Sie als Patientenbesitzer dürfen demnach bei einem Tierarzt / einer Tierärztin nur diejenigen Medikamente erwerben, die dem Tier zuvor im Rahmen einer Behandlung verordnet wurden und diese auch nur so einsetzten, wie es vom Tierarzt verordnet wurde.

Letztlich ist es aber nicht allein eine rechtliche Frage.

Es gibt so viele Gründe, warum die Rechtslage in diesem Fall Sinn macht.

Stellen Sie sich vor bei Fall 3 hatte die Katze schon häufig Augenentzündungen, vielleicht weil sie eine Allergie hat. Von Kolleg:innen gabs dafür immer eine Augensalbe, die super half.

Nun ist es wieder soweit, sie macht das Auge kaum noch auf, aber der Haustierarzt ist krank.

Von unserer Praxis wollen Sie nun genau diese Salbe wieder haben, denn sie half ja immer -die Packung haben Sie auch noch, damit wir auch genau wissen, was für eine Salbe sie immer bekommt.

In diesem Fall ist es aber anders! Es ist diesmal nicht die Allergie - Ihre Katze hat tief unter den Bindehäuten eine Granne stecken, diese bohrt sich immer weiter in die Augenhöhle und hat bereits die Hornhaut verletzt.

Das Kortison in der Augensalbe, welches sonst bei den Allergieschüben immer dafür sorgte, dass es schnell besser wurde, wäre unter diesen Umständen eingesetzt ein kapitaler Fehler, der im schlimmsten Fall dazu führen könnte, dass die Katze ihr Auge verliert!

Das wollen Sie nicht und das wollen wir schon gar nicht! Wir sind kein Supermarkt, wir sind eine Tierarztpraxis, wir untersuchen und behandeln. Medikamente verkaufen wir im Rahmen des Dispensierrechts an Patienten, die diese benötigen um gesund zu werden oder gesund zu bleiben.

Jetzt sagen Sie vielleicht: Okay, das mit dem Auge leuchtet mir ein, aber wo ist denn das Problem eine Wurmkur "einfach so" abzugeben? 

Letztlich ist es egal. Welche Medikamente als apotheken- und/oder verschreibungspflichtig eingestuft werden entscheiden nicht wir. Aber das Gesetz gilt für alle!

Damit wir auch weiter für unsere tierischen Patienten da sein können, setzten wir unsere Lizenz nicht aufs Spiel und hoffen, dass Sie das zumindest akzeptieren können!

 

 

                

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